Ursprung von Saxeten

Das Dorf Saxeten wird in einer Urkunde 1303 als Sachsaton erstmals erwähnt. 

                                  Siegel am ältesten Dokument von 1303

Wegweiser in die Vergangenheit

Frühe Schreibweisen: Sachsaton 1303, Sachsatton 1318, an dem gute Sachsetan 1397, ze Sachsotten 1398, Saxeten 1413, bergstatt Sachssetten 1430, Sagsetten 1644

  

Der Name Saxeten geht vermutlich auf eine lateinische Form *saxāta «felsiger Ort» zurück.

 

 

1523

Saxeten im Mittelalter

Im Mittelalter gehörte Saxeten zur Herrschaft Unspunnen. Ende des 13. Jahrhunderts wurde das Dorf geteilt: Ein Teil ging an die Freiherren von Weissenburg (später Kloster Interlaken), der andere blieb bei Unspunnen und kam um 1500 zu Bern.

 

Zahlreiche Urkunden belegen das zweigeteilte Herrschaftsverhältnis. Besonders bemerkens-wert ist der sogenannte „Halbteil von Saxeten“, auch bekannt als Burgisteingüter oder Staats-güter. Die Alpen wurden in Staatsberg und Bauernberg unterteilt, und Saxeten war klar in zwei Gebiete gegliedert: Rothenfluh und Weissenau.

Familiennamen und Herkunft in Saxeten

Saxeten gilt zwar nicht als klassische Walsersiedlung, doch Flur- und Familiennamen wie Burkhart Lötscher (1341) und Cunrat an Lussen (1349) deuten auf einzelne walserische Einflüsse hin. Diese Hinweise lassen vermuten, dass es zumindest punktuelle walserische Spuren in der Ortsgeschichte gibt.

Vor dem Jahr 1500 sind in Saxeten keine heute noch bestehende Familiennamen nachweisbar. Ab etwa 1600 lassen sich jedoch die heute bekannten Namen belegen. Die langjährigen Hauptfamilien – Seematter, Zingrich, Flühmann und Roth – sind seit den frühesten schriftlichen Quellen präsent:

  • Seematter stammen ursprünglich aus Zermatt (Wallis), später sind sie in Grindel-wald nachweisbar. Ein Hans Seematter gründete um 1600 eine Linie in Saxeten.
  • Zingrich (auch Zingre, Zingri oder Singri) erscheinen bereits 1312 in den Zinsrodeln von Saanen und sind ab etwa 1665 in Saxeten belegt.
  • Flühmann hat mittelalterliche Wurzeln in der Region Brienz. Um 1660 gelangte der Name über Lauterbrunnen nach Saxeten, wo die Linie 1926 ausstarb.
  • Roth ist ein in der Schweiz weit verbreiteter Name mit rund 98 Linien. Dennoch ist er ab 1660 auch in frühen Schriften aus Saxeten dokumentiert.

Später hinzugekommene Namen wie Fuhrer, Frick und andere wurden im Zuge der gesetzlichen Regelung zur Vergabe des Heimatrechts im Jahr 1863 eingebürgert. Diese Familien waren jedoch nie in Saxeten ansässig.

 

(Quelle: E. Bergmann)